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Schloss fiel.
22
DER COUNTDOWN LÄUFT
»Schön, dass du wieder da bist!« Ruth umarmte Anna und drohte lächelnd
mit dem Zeigefinger. »Kein Anruf, keine Karte  aber rechtzeitig zurück zu
unserer End-of-Summer-Party!«
»Was? Der Sommer ist schon vorbei?«, fragte Anna.
»Ja, du warst auch ganz schön lange weg«, meinte Tom.
Dann wurde Anna von einer wahren Lawine liebevoller Umarmungen über-
rollt. Lenny, Victoria und Flo freuten sich wahnsinnig, Anna wiederzusehen.
»Dich kenne ich nicht«, sagte Anna, als ihr ein Mädchen mit lustigem Hut
die Hand reichte.
»Noch nicht«, zwinkerte das Mädchen. »Ich heiße Caro.«
»Wo ist eigentlich Frau Hennings?«, wollte Liv wissen.
»Frau Hennings? Wer soll denn das sein?«, fragte Victoria und schaute irrit-
iert zu Ruth.
Ruth zuckte die Achseln.
»Äh, hallo?«, rief Liv. »Die alte Dame? Die seit Ewigkeiten in diesem Hotel
wohnt?«
»Liv und ihre Geschichten«, lachte Ruth. »Seit ich hier bin  und das ist
schon 'ne ganze Weile  , hat noch nie eine Frau Hennings im Hotel 13
gewohnt.«
Liv schaute entsetzt zu Anna und Tom. Dann wurde ihr klar, dass es so sein
musste. Anna war gerettet und konnte ihr Leben in Freiheit verbringen 
nicht eingesperrt in Zimmer 10. Folglich konnte es auch keine Frau Hennings
mehr geben.
»Jack und Herr Leopold sind nirgends zu sehen«, bemerkte Tom.
»Na ja, das liegt daran, dass es hier einige Veränderungen gegeben hat«,
schmunzelte Lenny.
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»Veränderungen?«, fragte Tom.
»Allerdings«, meinte Ruth.
»Es gibt keine Strafarbeiten mehr«, grinste Flo.
»Keine Morgenversammlung mehr«, lachte Caro.
»Wir müssen keine dreckigen Toiletten mehr schrubben«, zwinkerte Victoria.
»Und mit den Überstunden ist auch Schluss«, meinte Lenny.
Tom, Anna und Liv staunten nicht schlecht.
»Und Victoria wurde zur Personalchefin befördert«, kicherte Ruth.
»Das gibt's doch nicht!«, rief Anna.
»Oh doch!«, sagte Victoria. »Meine erste Amtshandlung war übrigens, dass
ich Jack als Küchenhilfe angestellt habe.«
»Das glaub ich nicht!«, murmelte Liv.
Wie zum Beweis kam Jack in diesem Moment aus der Küche. Er trug eine
rote Haube auf dem Kopf und in der Hand ein Tablett, auf dem er Lennys
Kanonenkugeln angerichtet hatte.
»Lass mal sehen«, brummte Lenny, nahm sich ein Fleischbällchen und
kostete davon. »Das sollen Lennys legendäre Kanonenkugeln sein?«, rief er
und verzog das Gesicht. »Niemals! Zu mehlig. Und noch viel schlimmer:
völlig geschmacklos. Die müssen scharf sein! So scharf, dass es aus deinen
Ohren raucht! Mach es noch mal!«
»Noch mal?«, wiederholte Jack und kniff die Augen zusammen. »Zuerst war
zu wenig Salz drin, dann zu wenig Pfeffer, dann waren sie zu hart, dann zu
trocken, dann zu wabbelig. Und jetzt sind sie geschmacklos?«
»Hör auf zu jammern!«, wies Victoria ihn zurecht. »Gib dir endlich mal
Mühe!«
»Und vergiss die Eier nicht«, grinste Flo, während Jack sich mit blitzenden
Augen und zusammengebissen Zähnen in die Küche verzog.
»Und was ist mit Herrn Leopold?«, wollte Tom wissen.
»Keine Ahnung«, meinte Lenny.
»Der treibt sich die ganze Zeit im Flur zwischen Zimmer 12 und Zimmer 14
herum«, erzählte Caro.
»Und Zimmer 14 darf nicht mehr vermietet werden«, berichtete Ruth.
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»Ich glaube, jetzt ist er völlig durchgedreht«, schloss Lenny. »Wie Paul Leo-
pold, sein Vater.«
Während im Erdgeschoss von Hotel 13 die größte Abschiedsparty aller
Zeiten gefeiert wurde, stieg tief unten im Keller  in einer geheimen
Werkstatt, von der er nicht einmal etwas geahnt hatte  Richard Leopold in
die Zeitmaschine.
»Ja! Ich hab es gewusst!«, sagte er mit einem verbissenen Lächeln auf den
Lippen. »Ich habe immer gewusst, dass da mehr ist. Viel mehr!«
Die Einstiegsluke fiel zu, und der schwere Eisenriegel schob sich krachend
davor. Auf dem Riegel hatte Tom den Sprengstoff befestigt, den Magellan
ihm gegeben hatte. Die Zeituhr war aktiviert, und die rot blinkenden Zahlen
zeigten den Countdown an.
Neun, acht, sieben &
Der Direktor von Hotel 13 schaute aus dem Bullauge und verzog das Gesicht
zu einem teuflischen Grinsen.
Sechs, fünf, vier &
»Alles, was sich im Hotel 13 befindet, gehört mir!«, brüllte er.
Drei, zwei, eins &
»Was war das?«, fragte Anna.
»Was meinst du?«, erwiderte Tom.
»Der Boden hat gewackelt«, erklärte Anna.
»Vermutlich die Hammerbässe«, meinte Tom und blickte zu Caro, die als DJ
fungierte. »Oder weil Lenny tanzt & «
»Hallo, ihr zwei, alles klar?«, fragte Liv.
»Und wie«, lachte Anna. »Hey, was hast du denn für 'ne coole neue
Sonnenbrille?«
»Die ist fünfundachtzig Jahre alt«, meinte Liv. »Heute Morgen wurde sie für
mich abgegeben.«
»Da steht ja sogar dein Name drauf!«, stellte Tom fest.
Dann wurde ihm klar, was das Geschenk bedeutete.
Liv wusste, was er dachte, und nickte.
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»Ein Brief war auch dabei«, sagte sie und las ihn ihren Freunden vor. »Liebe
Liv, deine Sonnenbrille ist ein Riesenhit an den Stränden Floridas geworden.
Das war die erste Brille unserer neuen Modellreihe. Ich habe sie nach dir
benannt. Ich werde dich nie vergessen. Dein Diederich.«
»Schön«, murmelte Tom.
»Weine nicht«, tröstete Anna ihre Freundin und nahm sie in den Arm.
»Schon gut«, schnupfte Liv. »Das sind Freudentränen & «
»Darf ich um diesen Tanz bitten, Fräulein Amalia?«, zwinkerte Tom.
Er wollte Liv ein wenig Zeit geben, sich wieder zu sammeln.
Und er wollte seine Freundin in die Arme schließen  und sei es nur beim
Tanzen.
Anna lächelte ihn liebevoll an. Dann nahm sie sein Gesicht in beide Hände
und gab ihm einen langen, zärtlichen Kuss.
»Wow«, murmelte Tom glücklich. »Wofür war der denn?«
»Kannst du dich nicht erinnern?«, fragte Anna.
»Hmmm«, zwinkerte Tom. »Ich werde doch nicht mein Gedächtnis verloren
haben & «
Ende
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